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Angiologie Beschreibung
Erkrankungen der Venen
Erkrankungen der Arterien
Diagnostik und klinische
Untersuchung
Therapie und Behandlung
Zusatzmassnahmen
Arterielle Veschlußkrankheit
bei Diabetes mellitus
Ordination: Innere Medizin -
Angiologie / Gonzagagasse
Evangelisches Krankenhaus -
Klinik fuer Innere Medizin -
Angiologie und Kardiologie
Prim. Dr. Thomas Maca
Publikationen 1
Publikationen 2
Patienteninformation
 
Zusatzmassnahmen

Physikalisch-therapeutische Maßnahmen spielen in der Behandlung der Varikose sicherlich eine nachrangige, bei den anderen Venenerkrankungen aber eine ungemindert wichtige Rolle, die leider oft unerkannt bleibt. Neben den physikalischen Maßnahmen bildet die Kompressions-therapie die eigentliche Grundlage der Behandlung akuter und chronischer Venenkrankheiten.

Physikalische Therapie
Nach Abklärung der Erkrankungsätiologie steht immer zuerst die kausale Therapie im Vorder-grund, d. h. es ist zu klären, ob eine kausal besserbare oder sogar sanierbare Erkrankungsform vor-liegt. In diesen Fällen spielt die physikalische Therapie allenfalls die Rolle einer Hilfestellung, um die Zeit bis zur kausalen Behandlung zu überbrücken. Danach hat sie dann den Stellenwert einer Prophylaxe, soweit dies möglich ist. Es muss in diesem Zusammenhang jedoch eindeutig zugegeben werden, dass auch intensivste Bemühungen im Sinne der physikalischen Therapie das Auftreten oder Fortschreiten eines Venenleidens nicht grundsätzlich verhindern können. Ganz sicher aber können Beschwerden und Symptome und im Idealfall auch die Rezidivquote z. B. für Ulzera verringert werden. Grundsätzlich sind die nachfolgenden überlegungen zum therapeu-tischen Einsatz physikalischer Maßnahmen auch auf die Prophylaxe anwendbar.
Physikalische Maßnahmen bei Venenerkrankungen, deren positive Wirkung auf das Venensystem von oben nach unten zunimmt:
Bewegung im warmen Thermalwasser
Kalte Güsse
Kneipp-Wassertreten
Laufen auf Sandboden im Wasser
Schwimmen im Wasser unter 29°C, je kühler, desto besser
Wassergymnastik
Krafttraining im Wasser, z. B. Wasserwalking Sprunggelenks- und Krafttraining mit hoch liegenden Beinen
Tabelle: Beurteilung verschiedener Sportarten bei CVI

Empfehlenswert

Nicht so gut

Abzuraten

Schwimmen

Ballsportarten mit
Sprüngen wie:

  • Handball
  • Volleyball
  • Basketball
  • Fußball

 

Gewichtheben

Gefäßsport

Krafttraining mit ähnlicher
Belastung

Gehen

Wandern

Intensives Leistungsradfahren

Venenwalking

Mountainbiking

Skilanglauf

Intensives Joggen

Rudern

Rad fahren ohne Belastung

Aerobic

Kanusport

Golf spielen

Tennis

Squash

Tanzen

Alpines Ski fahren

Federball

Kompressionsherapie
Die Kompression der Extremitäten von außen führt einerseits zur Erhöhung des Gewebe- und ödemdruckes mit daraus resultierender Erhöhung der Rückresorption von Gewebeflüssigkeit im venösen Schenkel der Kapillaren und zur Verminderung der Filtration im arteriellen Teil. Die Folge ist eine Entödematisierung bzw. die Verhinderung der ödementstehung. Des Weiteren wird der venöse Gefäßdurchmesser durch die Kompression vermindert und es kommt da-durch zu einer Funktionsfähigkeit von vorher relativ in-suffizienten Venenklappen bei dilatierten Venen und zu einer Beschleunigung des venösen Rückstroms. Damit verbunden ist auch eine Reduktion der ambulatorischen venösen Hypertonie sowohl in den großen Venen als auch in den kapillaren.

Hammersen konnte unter Kompressionstherapie eine Verbesserung der strukturellen Verände-rungen der varikösen Venenwand nachweisen. Auch eine er-höhte fibrinolytische Aktivität konnte gezeigt werden. Durch die Kompressionsbehandlung wird allerdings auch der Druck auf den arteriellen Schenkel erhöht, so-dass hei arterieller Verschlusskrankheit extreme Vorsicht geboten ist.
Phlebologischer Kompressionsverband
Der phlebologische Kompressionsverband kann als Wech-selverband oder als Dauerverband mit unterschiedlichen Bindenmaterialien konzipiert werden. Die Binden stehen aus wiederverwendbaren und nicht wiederverwendbaren Materialien zur Verfügung. Kohäsive und adhäsive Binden sowie die Zinkleimbinden werden in erster Linie für Dauer-verbände verwandt. Die verwendeten Binden können eine unterschiedliche Elastizität aufweisen. Wir unterscheiden:
unelastische Binden,
Kurzzugbinden mit einer Dehnbarkeit bis 60%
Mittelzugbinden mit einer Dehnbarkeit bis 140%
Langzugbinden mit einer Dehnbarkeit über 140%
Wegen des höheren Arbeitsdruckes und des niedrigeren Ruhedruckes unter dem Verband, die in der Regel bei den phlebologischen Indikationen vorteilhaft sind, werden zumindest im deutschsprachigen Raum Kurzzugma-terialien für PKV bevorzugt. Einige wichtige Prinzipien müssen beim Anlegen eines PKV berücksichtigt werden. In der Literatur findet sich eine Vielzahl von individuellen Verbandtechni-ken, oft mit Eigennamen belegt, bei denen genaue Vorschriften zum Anlegen des Kompressions-verbandes und zum verwendeten Bindenmaterial gemacht werden (Abb. 2 und 3). Unabhängig davon, welcher Verbandtechnik der Vorzug gegeben wird, sollten gemäß den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie einige wesentliche Prinzipien beim Anlegen eines PKV beachtet werden.
Der Verband sollte möglichst nur angelegt werden bei einer Sprunggelenksstellung im Winkel von 90°.
Die Ferse wird mit eingebunden.
Der Verband deckt die Zehengrundgelenke mit ab.
Der Unterschenkelkompressionsverband (2 Binden) wird bis zum Fibulaköpfchen, der Oberschenkelkom-pressionsverband bis zum proximalen Oberschenkel ausgeführt.
Der Druck des Verbandes nimmt von distal nach proxi-mal ab.
Der Verband darf weder Druckstellen und Schnür-furchen noch Schmerzen verursachen.
Das Material des PKV und die Anlagetechnik müssen den Erfordernissen des jeweiligen Befundes (Ulkus, Stauungs- dermatose, Dermatoliposklerose) angepasst werden.
Zur Vermeidung von Druckstellen muss gegebenen-falls gemäß dem Laplace-Gesetz lokal auf-/abgepolstert werden.
Sprunggelenkstellung. Das Anlegen des Verbandes bei einer Sprunggelenkstellung im Winkel von 90° ist beson-ders wichtig, da der Umfang im Bereich des Sprungge-lenkes bei 90° etwa 1,5 cm größer ist als bei Plantarflexion des Fußes. Ein in Flexionsstellung ange-legter Kompressionsverband wäre also in stehender Position viel zu eng und würde eine schmerzhafte Schnürfurche hervorrufen. Unter- oder Oberschenkel-verband. Der PKV kann als
Unter- oder Oberschenkelverband
ausgeführt werden. Für die meisten Indikationen, beispielsweise beim Ulcus cruris venosum oder bei den meisten Fällen der chronischen venösen Insuffizienz, reicht der Unterschen-kelkompressionsverband aus. Bei der proximalen tiefen Beinvenenthrombose, der Varikophlebitis im Oberschen-kelbereich oder nach Operationen und Verödungen proximal des Unterschenkels ist aber ein Oberschen-kelkompressions-verband erforderlich. Das Gleiche gilt für die chronische venöse Insuffizienz mit ausgeprägten Veränderungen in der Oberschenkel- und Becken-strombahn, wenn diese mit einer ödemneigung auch im Oberschenkelbereich einher-geht, sowie in der Regel für die Therapie des Lymphödems.
Abnehmender Druck von distal nach proximal. Der abfallende Druck des Verbandes von distal nach proximal wird nicht dadurch erreicht, dass distal mit einem stärkeren und proximal mit einem geringeren Zug an der Binde gearbeitet wird. Vielmehr fällt der Kompres-sionsdruck bei gleichmäßigem Zug an der Binde auf Grund des Laplace-Gesetzes mit zunehmendem Radius von distal nach proxi-mal automatisch in diese Richtung ab.
Vermeidung von Schnürfurchen. Um Schürfurchen zu vermeiden, darf die Binde nicht in eine beliebige Richtung gezogen werden, sondern muss frei laufen, wobei Ober- und Unterkante der Binde den gleichen Auflage-druck haben. Bei dieser Technik entstehende Lücken im Verband werden mit der nächsten Binde abgedeckt. Die nach außen geführte Bindenrolle gewährleistet, dass der Verband eng am Bein geführt wird.
Ab- und Aufpolsterung. Gemäß des Gesetzes von Laplace können kleine Radien wie die Knöchelregion und die Schienbeinkante oder die Achillessehne zur Vergrößer-
ung des Radius abgepolstert werden, während sich bei flächigen Regionen die Aufpolsterung zur Verkleinerung des Radius bewährt hat. Dies trifft insbesondere in der Therapie des Ulcus cruris zu. Hier kann das Auf-bringen eines Schaumstoffpolsters zur Verkleinerung des Radius über dem Ulkus und zur Druckverstärkung durch die Binde zu einer rascheren Abheilung führen. Als Polstermaterialien kommen wenig komprimierbare Schaumstoffe und Watte in Betracht. Es ist darauf zu achten, dass die Kanten abgeschrägt sind, da ansonsten im Randbereich ein Randödem bis hin zur Blasenbildung auftreten kann. Die Verordnung der MKS erfolgt auf einem Hilfsmittelrezept unter Angabe der Anzahl, der Länge und der Kompressionsklasse der medizinischen Kompre-ssionsstrümpfe. Bei speziellen Befestigungen müssen diese auf dem Rezept vermerkt werden. Ist eine Maßanfertigung erforderlich, so muss dies ebenfalls auf dem Rezept aufgeführt sein. Die routinemäßige Angabe nach Maß, wenn erforderlich ist nicht sinnvoll, da die Entscheidung hierüber dann einzig und allein dem ausführenden Sanitätshaus überlassen wird. Eine aus-schließliche Maßanfertigung verlangt der Kompressions-strumpf der Kompressionsklasse IV. In der Kompres-sionsklasse 111, insbesondere bei deformierten Beinmaßen, ist häufig eine Maßanfertigung erforderlich. Auf keinem Kompressionsstrumpfrezept darf die Diagnose fehlen Auf dem Rezept kann auch die genaue Produktbe-zeichnung des Kompressionsstrumpfes an-gegeben werden, entweder direkt oder anhand der Hilfsmittel-nummer. Dazu ist es erforderlich, dass der Verordner eine Auswahl von Produkten verschiedener Hersteller kennt um

Abb. 1. Aber auch der medizinische Kompressionsstrumpf erzielt eine ausreichende Kompression um die Verödung zu fordern. Er ist bei Patien-ten angezeigt, die keine Bandage tragen können oder möchten.Er wird auch nach Abschluß der Behandlung getragen wenn eine CVI mit der Gefahr einer Verschlimmerung besteht.
Abb. 2. Wichtigste Zusatzmaßnahme nach Verödung bleibt der Kompres-sionsverband. Er verfolgt das Ziel, das Kaliber der injizieren Varizen und somit den entstehenden Thrombus so weit wie möglich zu verkleinern, um eine gute Verödung zu erreichen. Er soll auch die perivenösen Entzündungen verhindern.
Abb. 3. Ein Kompressionsverband verbessert nicht das Resultat einer Besenreiserverödung. Er wird aber unerlässlich nach der Sklerosierung von subkutanen Varizen, besonders am Unterschenkel, wo er der dilatierenden Wirkung der hohen Venendrucke entgegenwirkt de auch tut die Rekana-lisation des Verödungsthrombus verantwortlich sind. Am besten eignen sich Mittelzugbinden, die am Unter-schenkel als Kreuzverband angelegt werden.
Abb. 4. Die gezielte Streckenkompres-sion verfolgt das Ziel der selektiven Kompression eines behandelten Varizenabschnitts. Dazu eignen sich Zellstoffröllchen, und nach Maß geschnittener Schaumgummi, Silikon-streifen, u.a. Damit wird ein ständiger Druck auf de verödete Strecke ausgeübt: Die Verödung gelingt besser.
Abb. 5. Eine Pelottenkompression erreicht das gleiche Ziel, aber nur lokal auf einer kleinen Flache entweder auf einem Varizenknauel oder einer insu-ffizienten Vena perforans. Manche Autoren komprimieren systematisch jede Injektionsstelle mit einer solchen Pelotte ohne den gesamten Unter-schenkel einzubinden.

unter Berücksichtigung der besonderen Erfordernisse bei seinem Patienten eine Entscheidung zu treffen. Dies ist durchaus sinnvoll, da in den einzelnen Kompressions-klassen bei praktisch allen Herstellern unterschiedliche Strumpfqualitäten mit unterschiedlicherDicke und Elastizität des Materials zur Verfügung stehen. So kann beispielsweise eine stärkere ödemneigung bei einem Varikosepatienten mit einem Kompressionsstrumpf der Kompressionsklasse I -aus etwas dickerem, weniger elastischen Material besser kompensiert werden als mit einem dünneren, elastischeren Strumpf desselben Herstellers. Nicht immer ist in einem solchen Fall eine höhere Kompressionsklasse erforderlich, manchmal reicht auch die Auswahl des geeigneten Produktes in der niedrigeren Klasse.

 

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