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Erkrankungen der Arterien

"Der Mensch ist so alt wie seine Gefäße." Dieser Satz des berühmten deutschen Pathologen RUDOLF VIRCHOW (1821-1902) trifft vor allem für die Arteriosklerose zu, die in der Todesursachenskala des Erwachsenen an der Spitze steht. Fast alle Arterienerkrankungen führen zu einer Einengung des Gefäßlumens. Diese kann rein funktionell, sehr viel häufiger jedoch organisch bedingt sein. Die Arteriosklerose ist die Hauptursache organischer Arterien-erkrankungen. Sehr viel seltener sind entzündliche Arterienerkrankungen.

Arteriosklerose
Praktisch bei jedem Menschen entwickelt sich im Laufe des Lebens in irgendeinem Gefäßabschnitt der arteriellen Strombahn eine mehr oder minder ausgedehnte Arteriosklerose. Pathologisch-anatomisch finden sich folgende Veränderungen: die Gefäßwand ist verhärtet, die natürliche Elastizität fehlt, und nach Eröffnung des Gefäßes wird die starke Einengung des Gefäßlumens erkennbar. In der Intima, der innersten Gefäßwandschicht, fallen herdförmige Ablagerungen von Fett-Eiweißkörpern, sog. Lipoproteinen, Bindegewebsfasern und Cholesterin auf. Man spricht von sog. arterio-sklerotischen Plaques. Bricht ein solcher Herd auf, entsteht ein arteriosklerotisches Geschwür in der Gefäßwand. An diesem lagern sich bevorzugt Blutgerinnsel ab, die dann langsam oder akut zu einem kompletten Gefäßverschluss führen. Die von der Arteriosklerose am stärksten betroffenen bzw. gefährdeten Organe und Körperabschnitte sind:
Herz: koronare Herzkrankheit,
Gehirn: Schlaganfall,
Niere: Arteriosklerose, Schrumpfniere,
periphere Gefäße: arterielle Verschlusskrankheit,
Auge: Netzhautschädigung (bis zur Erblindung),
Darm: Darminfarkte durch Verschlüsse von Mesenterialarterien.

Aneurysma
Als Aneurysma bezeichnet man eine umschriebene, meist asymmetrische krankhafte Wandaus-buchtung eines vorgeschädigten arteriellen Gefäßes, meist der Brust- oder Bauchaorta. Unter Dissektion eines Aneurysmas versteht man einen plötzlichen Intimaeinriss mit Bluteintritt in die Aortenwand. Diese Wühlblutung kann einen mehr oder minder langen Falschkanal in der Aortenwand nach sich ziehen. Die Dissektion eines Bauchaortenaneurysmas kann unter dem Bild eines akuten Abdomens mit Nierenversagen verlaufen und führt unbehandelt rasch zum Tode.
Sie sehen beeren- oder sackförmig, kahnförmig, geschlängelt oder rankenförmig aus und entstehen an Stellen, an denen die Gefäßwand geschwächt ist und nicht über eine normale Muskelschicht verfügt. Diese Schwäche ist angeboren. Aneurysmen können aber auch durch erworbene Veränderungen in den Gefäßwänden entstehen, z. B. nach Verletzungen. Bei Menschen mit einer angeborenen Gefäßschwäche können sich im Laufe des Lebens Aneurysmen entwickeln und zwar besonders dann, wenn die Gefäßwände zusätzlich belasten. Außerdem können entzündliche Erkrankungen und Infektionen die Entstehung eines Aneurysmas begünstigen. Dazu können so unterschiedliche Erkrankungen gehören wie Grippe, rheumatisches Fieber oder Eiterherde im Körper. Aneurysmen können familiär gehäuft auftreten.

Arterielle Verschlusskrankheit
Als periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) wird die Einengung oder der völlige Verschluss einer oder mehrerer Arterien des Beckens, der Beine und seltener der oberen Extremitäten bezeichnet. Ursache der AVK ist vor allem die Arteriosklerose, seltener eine Endangiitis Winiwarter-Buerger. Betroffen sind vorwiegend Männer zwischen 50 und 60 Jahren, unter denen sich auffallend viele Raucher befinden. Die Behandlung der arteriellen Verschlusskrankheit muss gemeinsam mit dem Gefäßchirurgen festgelegt werden. Medikamentös kann versucht werden, durch intravenöse oder intraarterielle Infusion gefäßerweiternder Substanzen eine Verbesserung der Durchblutung zu erzielen.

Raynaud-Krankheit
Bei der Raynaud-Krankheit (akrales Ischämie-Syndrom, vasospastisches Syndrom) bestehen funktionelle Durchblutungsstörungen an Händen oder Füßen durch Engstellung der peripheren arteriellen Gefäße. Die Krankheit ist nach dem französischen Internisten A. G. MAURICE RAYNAUD (1834-1881) benannt. Sie betrifft überwiegend Frauen und ist das klassische Beispiel einer funktionellen Gefäßerkrankung. Vorkommen Leitsymptom sind symmetrische, schmerzhafte Gefäßverengungen, vor allem im Bereich der Finger, aber auch der Zehen. Die Finger werden blass ("Leichenfinger"), sie schmerzen erheblich und werden als "taub" empfunden. Nach Abklingen des Anfalls, der durch Kälte oder mechanische Irritation ausgelöst sein kann, tritt eine bläuliche Verfärbung auf. In den Spätstadien führt die Minderdurchblutung zu Ernährungsstörungen vor allem der Nägel (Rissigwerden, Nagelbetteiterungen), ganz selten zu Nekrosen der Fingerkuppen. Die Basis der Therapie bilden Kälte- und Feuchtigkeitsschutz. Wechselbäder sind, wie bei den meisten Gefäßerkrankungen, schädlich! Die Häufigkeit der Anfälle kann durch Kalziumantagonisten oder Nitropräparate (lokal als Salbe oder oral) verringert werden.

Entzündliche Arterienerkrankungen
Entzündliche Arterienerkrankungen sind wesentlich seltener als die Arteriosklerose. Die beiden wichtigsten Formen sind die Thrombangiitis obliterans und die Panarteriitis nodosa. Die Thrombangiitis obliterans (Winiwarter-Buergersche Erkrankung) führt zu entzündlichen Intimaveränderungen, an denen sich Thromben ablagern. Leitsymptome sind schwere Durchblutungsstörungen der Arme und Beine, die fast ausnahmlos jüngere Männer, die starke Raucher sind, betreffen. Typisch ist der segmentale Befall kleiner und mittlerer Arterien sowie gleichzeitig das Auftreten von Venenentzündungen. Bei der Panarteriitis nodosa handelt es sich um eine schwere, entzündlich bedingte Gefäßerkrankung, die alle Wandschichten - bevorzugt die Media - mittlerer und kleinerer äste befällt und zu aneurysmatischen Ausweitungen führen kann. Gelegentlich können Knötchen im Bereich der Hautarterien tastbar sein. Fieber, starke Blutsenkungsbeschleunigung, Eosinophilie, Lungeninfiltrate, Hypertonie und Neuritiden zeigen, daß es sich um eine schwere, immunologisch bedingte Allgemeinerkrankung handelt. Sie wird zum rheumatischen Formenkreis gezählt. Die Diagnose wird am sichersten durch eine Probeexzision (PE) aus einem betroffenen Gefäßabschnitt gestellt. Typisch sind hohe BSG, Bluteosinophilie und der Nachweis von Gefäßantikörpern. Die Prognose ist ungünstig. Kortikoide und/oder Immunsuppressiva (z.B. Azathioprin) können eine Besserung bewirken.

Thrombose und Embolie
Die Bildung von Blutgerinnseln in Blutgefäßen wird Thrombose, ihre Verschleppung mit dem Blutstrom in den Kreislauf Embolie genannt. Ein Embolus ist ein festes Gebilde, das sich nicht im Blutplasma auflöst. In den meisten Fällen ist dieses "feste Gebilde" eine Zusammenklumpung von Blutzellen, speziell der Thrombozyten. Deshalb werden solche Blutpfropfen auch Thrombus genannt. Löst sich so ein Thrombus, schwimmt er mit dem Blutstrom mit, bis er in Gefäßbereiche kommt, sie so eng sind, dass er sie nicht passieren kann. Es kommt zu einer Embolie, das ist eine Verlegung (medizinisch für Verschluss) des Gefäßdurchmessers durch einen Embolus. Die meisten Embolien sowohl der arteriellen, als auch der venösen Blutgefäße, werden durch Thromben hervorgerufen. Es gibt aber auch andere Formen bzw. Materialien, aus dem der Embolus bestehen kann. Ursprungsort einer arteriellen Embolie ist vorwiegend das linke Herz, in selteneren Fällen die Aorta oder die großen Arterien. Lösen sich hier Thromben, so führen sie häufig zu einem Verschluss der Hirngefäße, der Gefäße in den Beinen und der Arterien in den Eingeweiden. Die Folgen sind dann Schlaganfall, akuter Verschluss einer Beinarterien oder akuter Verschluss eines Blutgefäßes in den Bauchorganen, z. B. der Nieren. Arterielle Thromben entwickeln sich praktisch überall dort, wo die Arteriosklerose zu Intimaschäden geführt hat, d.h. an den Herzkranzgefäßen (Herzinfarkt), Brust- und Bauchaorta, Beingefäßen (periphere Durchblutungsstörung), Halsschlagadern und Hirngefäßen (Apoplexie) oder Mesenterialgefäßen (Mesenterialinfarkte).

 

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